Was die Unterstützung der Schweizer Regierung bedeutet
Im Jahr 2024 bewilligte Innosuisse 341 Millionen Franken für Innovationsprojekte in der Schweiz. Für Investoren sind diese Fördermittel mehr als nur Geld. Sie dienen als Gütesiegel. Eine Förderung zeigt, dass Experten die Technologie und das Team geprüft haben. Diese Unterstützung hilft, das Risiko bei Investitionen in komplexe Bereiche wie Biotech oder Medtech zu begrenzen.
Innosuisse ist die eidgenössische Innovationsagentur der Schweiz. Sie nutzt einen Beirat aus Branchenexperten, um Anträge zu prüfen. Die Schweiz ist als führende Nation für neue Ideen bekannt, mit Hochschulen wie der ETH Zürich und Unternehmen wie Roche an der Spitze. Eine Förderung signalisiert, dass ein Start-up mit diesem starken Netzwerk verbunden ist.
Innovationsprojekte: Partner beweisen Qualität
Innovationsprojekte machen den Hauptteil der Förderung durch Innosuisse aus. Diese Projekte schaffen eine Partnerschaft zwischen einem Unternehmen und einer Forschungsgruppe. Das Unternehmen übernimmt in der Regel 40% bis 60% der Kosten. Dieses Kostenteilungsmodell ist ein gutes Zeichen für Investoren. Es beweist, dass das Unternehmen über genügend finanzielle Mittel verfügt, um das Projekt zu unterstützen.
Die Akzeptanzrate für diese Projekte lag 2024 bei 41%. Es ist klar, dass nicht jeder aufgenommen wird. Die Genehmigung signalisiert vier wichtige Dinge:
- Partnerschaften: Eine Schweizer Forschungseinrichtung erklärte sich bereit, mit dem Start-up zusammenzuarbeiten.
- Stabilität: Das Unternehmen verfügt über die Mittel, um seinen Anteil an den Kosten zu bezahlen.
- Fähigkeit: Experten bestätigten, dass das Team die Arbeit bewältigen kann.
- Neuheit: Die Idee ist besser als das, was derzeit existiert.
Diese Finanzierung ist jedoch kein Beweis dafür, dass das Unternehmen Geld verdienen wird. Sie bestätigt die Wissenschaft, nicht den Vertriebsplan.
Start-up-Projekte: Strenge Finanzprüfungen
Im Jahr 2023 startete Innosuisse ein Programm namens Start-up Innovation Projects. Dieses Programm fördert Unternehmen, die noch keine Produkte verkaufen. Die Agentur übernimmt bis zu 70% der Kosten, da diese Unternehmen Unterstützung benötigen, um den Markt zu erreichen.
Diese Zuschüsse sind sehr schwer zu bekommen. Im Jahr 2024 wurden nur 18% Anträge genehmigt. Der Prozess umfasst eine strenge Prüfung der Unternehmensfinanzen und Patente. Start-ups müssen ihre Idee einem Expertengremium vorstellen.
Für Investoren ist diese Förderung ein sehr starkes Signal. Sie bestätigt:
- Sorgfaltspflicht: Der Finanzplan hat eine detaillierte Prüfung bestanden.
- Patente: Das Start-up hat “Handlungsfreiheit”, was bedeutet, dass keine anderen Patente es blockieren.
- Qualität: Drei unabhängige Experten haben die Technologie genehmigt.
Dieses Programm richtet sich an Unternehmen, bevor sie Einnahmen erzielen. Beispiele hierfür sind Avelo in Zürich und Vandria in Ecublens. Diese Zuschüsse verringern die Unsicherheit für Investoren, da Experten bereits gründliche Prüfungen durchgeführt haben.
BRIDGE-Programm: Frühe akademische Ideen
Das BRIDGE-Programm verbindet Grundlagenforschung mit Geschäftsideen. Es hilft Forschern, Laborergebnisse in reale Produkte umzusetzen. Ein Programmteil vergibt bis zu 130’000 CHF an junge Forscher. Ein anderer Programmteil bietet bis zu 850’000 CHF für grössere Projekte über vier Jahre.
Diese Finanzierung unterscheidet sich von anderen Fördermitteln. Sie unterstützt Menschen an Universitäten, nicht unbedingt bestehende Unternehmen. Sie beweist, dass die Wissenschaft gut ist. Sie beweist jedoch nicht, dass ein vollständiges Geschäftsteam bereit ist. Investoren sollten BRIDGE als Ausgangspunkt betrachten. Es zeigt vielversprechende Ergebnisse, ohne dass die geschäftliche Seite bereit ist.
Das Innosuisse-Zertifikat
Innosuisse bietet Coaching an, um Start-ups beim Wachstum zu unterstützen. Die bloße Teilnahme am Coaching-Programm sagt einem Investor nicht viel. Anders verhält es sich jedoch mit dem Innosuisse-Zertifikat.
Ein Start-up erhält dieses Zertifikat erst nach Abschluss des Kern-Coaching-Programms. Die Gründer müssen einen Test bestehen, der überprüft, ob sie für Investitionen bereit sind. Der Erhalt dieses Zertifikats zeigt, dass das Unternehmen über eine gute Struktur und einen guten Finanzplan verfügt. Es ist ein solides Qualitätssiegel, wenn auch vielleicht weniger anspruchsvoll als die spezifische Förderprüfung für Start-up-Innovationen.
Wie man Ansprüche überprüft
Investoren sollten nicht einfach darauf vertrauen, dass Gründer mit Innosuisse in Verbindung stehen. Innosuisse verfügt über ein Datenportal, in dem geförderte Projekte aufgelistet sind. Dort können Sie überprüfen, ob eine Förderung tatsächlich existiert.
Bitten Sie das Unternehmen während Ihrer Recherche um folgende Unterlagen:
- Der Vertrag: Dieses Dokument enthält Angaben zum Förderbetrag und zu den Förderbedingungen.
- Berichte: Fordern Sie die Finanzberichte an, die an Innosuisse geschickt wurden.
- Genehmigungen: Startups müssen größere Veränderungen (wie neue Eigentümer) melden. Stellen Sie sicher, dass sie dies getan haben.
Überprüfen Sie auch, wie das Geld in ihren Konten aufgeführt ist. Fördergelder sollten getrennt von den Verkaufserlösen aufgeführt werden.
Was Zuschüsse nicht beweisen
Staatliche Fördermittel konzentrieren sich auf Wissenschaft und Innovation. Sie berücksichtigen nicht alles, was ein Investor wissen muss. Eine Förderung beweist nicht:
- Marktnachfrage: Es zeigt nicht, dass Kunden das Produkt kaufen möchten.
- Vorschriften: Das bedeutet nicht, dass Swissmedic ein Medizinprodukt zugelassen hat.
- Wettbewerb: Das beweist nicht, dass das Start-up besser ist als andere Unternehmen auf dem Markt.
Ein Start-up kann über hervorragende wissenschaftliche Grundlagen verfügen, aber keine Kunden haben. Investoren müssen den Markt und die Konkurrenz separat prüfen.
Ein ausgewogener Ansatz mit CapiWell
Staatliche Zuschüsse tragen dazu bei, das Risiko von Investitionen in Start-ups zu senken, aber sie beseitigen das Risiko nicht vollständig. Eine kluge Anlagestrategie besteht darin, diese vielversprechenden Chancen mit sichereren Anlagen zu kombinieren.
CapiWell hilft Schweizer Anlegern, dieses Gleichgewicht zu finden. Die Plattform unterstützt einen Multi-Asset-Ansatz. Sie können in validierte, risikoreichere Unternehmungen investieren und diese mit stabileren alternativen Anlagen kombinieren. Diese Strategie ermöglicht es Ihnen, Innovationen zu fördern und gleichzeitig Ihr Gesamtportfolio zu schützen.
Referenzen (APA)
- Offizielle Website von Innosuisse, Dokumentation zu Förderprogrammen
- Startupticker, “Daten und Fakten zu den Aktivitäten von Innosuisse im Jahr 2024”
- Innosuisse Entdecken 2023
- Innosuisse Entdecken 2022
- Bundesrat, Medienmitteilung zur Revision des BÜPF (Dezember 2021)
- Schweizer Biotech-Verband, “Mit Innosuisse vorwärtskommen”
- BRIDGE Offizielle Website, Programmdokumentation
- Schweizerischer Nationalfonds, Informationen zum BRIDGE-Programm
- Startupticker, “Innosuisse finanzierte 45 Start-up-Innovationsprojekte”
- EPFL Innovation Park, Dokumentation zum Erfolg von Spin-offs
- Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI)