Renovierungsausgaben verändern den Schweizer Immobilienmarkt

Renovierung wird zur strategischen Priorität im Zuge des Wandels des Schweizer Immobiliensektors

Energiekosten, alternde Gebäude und strengere Vorschriften verändern die Investitionsprioritäten im Immobiliensektor. Renovierungen, die früher als freiwillige Modernisierungsmaßnahmen betrachtet wurden, sind heute eine strategische Antwort auf strukturelle Zwänge. Im ganzen Land gewinnen Dämmungsprojekte, Heizungsaustausch und vollständige Gebäudesanierungen an Dynamik und machen einen lange vernachlässigten Bereich zu einem Motor für Eigentümer, Investoren und Bauunternehmen.

Eine Renovierungslücke, die sich über Jahre hinweg entwickelt hat

Seit Jahrzehnten verbrauchen Gebäude etwa 45 bis 46% der Endenergie. Der Bestand von rund 2,3 Millionen Immobilien umfasst viele Gebäude, die vor der Einführung moderner Effizienzstandards errichtet wurden. Dennoch lag die jährliche Renovierungsrate bei etwa 11 TP3T. Bei diesem Tempo würde es mehr als ein halbes Jahrhundert dauern, bis die für die Ziele von 2050 erforderlichen Effizienzniveaus erreicht wären. Zögern aufgrund der Kosten, uneinheitliche kantonale Vorschriften und langwierige Genehmigungsverfahren hielten die Eigentümer davon ab, Maßnahmen zu ergreifen. Infolgedessen ist ein Großteil des Bestands nach wie vor unzureichend isoliert und auf fossile Brennstoffe angewiesen.

Finanzielle Anreize und Umstellungen bei der Heizung sorgen für Dynamik

Die Dynamik verstärkte sich im Jahr 2024. Das nationale Gebäudeprogramm stellte Subventionen in Höhe von 528 Millionen Franken bereit und trug so zu Einsparungen von rund 12 Milliarden Kilowattstunden und einer Reduktion der Emissionen um rund 3,5 Millionen Tonnen bei. Heizungssysteme verändern sich am schnellsten. Es wurden rekordverdächtige 57’400 Wärmepumpen installiert, da Eigentümer veraltete Öl- und Gasgeräte ersetzten. Studien zeigen, dass eine umfassende Renovierung in Kombination mit moderner Gebäudetechnik den Energiebedarf um bis zu 80 Prozent senken kann. Da viele Gebäude mittlerweile 20 bis 40 Jahre alt sind, ist das Renovierungsfenster weit geöffnet.

Europäische Politik signalisiert Verstärkung lokaler Maßnahmen

In ganz Europa spielen Gebäude eine zentrale Rolle in der Klimastrategie. Die Renovierung bestehender Immobilien wird mittlerweile als unverzichtbar für eine langfristige Emissionsreduzierung angesehen. Die Schweiz steht unter ähnlichem Druck. Analysten schätzen, dass die Renovierungsquote auf 2 bis 3 Prozent pro Jahr steigen muss, um die nationalen Klimaziele zu erreichen. Behörden wie SuisseEnergie sehen Energieeffizienzmaßnahmen und erneuerbare Heizungen als wichtige Instrumente zur Senkung der Emissionen und zur Verbesserung der Energiesicherheit. Die lokale Politik passt sich allmählich den europäischen Trends hin zu effizienten, kohlenstoffarmen Wohngebäuden an.

Wirtschaftliche Auswirkungen verbreiten sich über den Bausektor

Die zunehmende Renovierungstätigkeit fördert qualifizierte Arbeitskräfte in den Bereichen Bauwesen, Isolierung, Heizungsinstallation und Energieaudits. Das Programm «Bâtiments» investiert jährlich Hunderte Millionen Franken in Projekte zur Verbesserung des Gebäudebestands und zur Verringerung der Abhängigkeit von importierten Brennstoffen. Renovierte Immobilien gewinnen durch niedrigere Energiekosten und höheren Komfort an Wert, während sich die Eigentümer auf künftige gesetzliche Anforderungen vorbereiten. Eine geringere Gesamtnachfrage verringert den Druck auf die nationale Energieversorgung und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen, die im Bereich des nachhaltigen Bauens tätig sind.

Signale, auf die man 2026 achten sollte

Die Harmonisierung der Vorschriften zwischen den Kantonen könnte politische Unterstützung finden. Eigentümer mit veralteten Systemen werden wahrscheinlich auf die anhaltende Volatilität der Energiepreise und politische Signale reagieren, indem sie in Wärmepumpen oder umfassende Renovierungspakete investieren. Bei Mehrfamilienhäusern könnten größere kombinierte Projekte entstehen, die Dämmung, erneuerbare Heizung, Lüftung und Photovoltaikanlagen auf dem Dach integrieren. Untersuchungen zeigen, dass diese kombinierten Ansätze attraktive Lebenszykluskosten und Emissionswerte bieten. Mit zunehmendem Bewusstsein dürfte der Druck zur Effizienzsteigerung weiter zunehmen.

Ein wachsendes Netzwerk aus Beratern, Installateuren und Innovatoren

Der Renovierungsboom schafft Chancen für eine Vielzahl von Akteuren. Berater helfen Eigentümern dabei, sich in der technischen und regulatorischen Komplexität zurechtzufinden. Universitäten und technische Institute liefern Forschungsergebnisse zu optimalen Renovierungswegen. Installateure, Auditoren, Planer und Anbieter digitaler Plattformen bilden ein wachsendes Ökosystem rund um die Gebäudeeffizienz. Start-ups beginnen, integrierte Renovierungsdienstleistungen, Finanzierungslösungen und Tools zur Bewertung und Überwachung der Gebäudeperformance anzubieten.

Warum Unterstützung für den Sektor jetzt wichtig ist

Die Voraussetzungen für eine Renovierung sind gegeben. Der Bedarf ist offensichtlich, die Technologie hat sich bewährt und die finanziellen Anreize sind nach wie vor groß. Für Investoren und Partner bietet die Renovierungswelle eine Kombination aus wirtschaftlichen Chancen und langfristigen Auswirkungen. Die Unterstützung von Bauunternehmen, Technologieanbietern oder Dienstleistungsplattformen trägt dazu bei, die Kapazitäten zu erweitern und die Modernisierung von Gebäuden zu beschleunigen.

CapiWell identifiziert und unterstützt Wachstumsunternehmen im Bereich energieeffiziente Renovierung und nachhaltiges Bauen. Kapital und strategische Beratung ermöglichen es Unternehmen, den Gebäudebestand zu stärken und zu einem effizienteren Immobilienmarkt beizutragen. Die Beteiligung über CapiWell ist eine Möglichkeit, an einem Strukturwandel mit messbaren wirtschaftlichen und ökologischen Ergebnissen teilzuhaben.

Referenzen (APA)

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